Reißner, Adam:

Jerusalem: Die Alte Haubstat der Jüden, wie sie vor der letzten Zerstörung auff hohem Gebirg, mitten in der Welt, als das Irrdische Paradyß, ein Vorbildt der Ewigen Statt Gottes war. Mit kurzer Historia und Erklärung was Gott von anfang mit disem ort gehandelt was auch die Statt und ein jeder Namen und geschicht für gebildet und bedeutet hab. Und warumb Gott dise Statt sampt ganzem Land durch seinen zorn zum Spiegel aller Welt augestilget und keinen Stein auff dem andern gelassen hab. Figur und Warheit alt un new Testament vergleicht was auch das newe geistliche, ewige und himlische Jerusalem sey. Alles au dem Hebraischen grundt der heiligen Schrifft eröffnet und außgelegt und sampt einer Tafel vn Contrastehtung für die Augen gestellet, dergleichen nie an Tag kommen.

Erstausgabe, zwei Teile in einem Band. Nachweis: VD16 R 1054. Kollationierung: [16 Bl.], CLXVIII, [8 Bl.]; [6], CCXXVII, [12 Bl.]. Mit 77 Textholzschnitten sowie allen 4 doppelblattgroßen Holzschnitttafeln (inkl. der sich wdh. Tafel) – Vollständiges Exemplar! /// .Höchst umfangreiches Werk, welches das Aussehen, die Lage, Gebäude und Orte des historischen Jerusalems vor der Zerstörung beschreibt und einen detaillierten geschichtlichen Abriss der Stadt und ihrer Einwohner bietet. Es schließt sich eine Beschreibung der römischen Geschichte an, da diese – so die Interpretation des Autors – als Gottes Strafe für die Nichterkenntnis Jesu durch die Juden deren Stadt zerstörten und ihr Volk zerschlugen. Die geschichtlich-interpretatorische Darlegung zieht sich über den Untergang der Römer bis zu den Kreuzzügen (Diese errichteten das Königreich Jerusalem als irdischen Kreuzfahrerstaat und scheiterten ) und mündet in eine theologische Auseinandersetzung über die Frage, wo und wie Jerusalem zu finden sei. Schlussfazit des Autors: „Jerusalem kan auff Erden / Nicht erbauwt noch gsehen werden […] Wer Christhum nicht für Gott erkennt / Der wird auch mit den Juden gschendt / Wer Christo folgt wird angenem / und erbt das neuw Jerusalem“ /// Aufwendig blindgeprägter Schweinledereinband ohne Schliessen und mit Spuren eines papiernen Rückenschilds. Rückenbeschriftung von alter Hand. Etw. berieben und leicht fleckig. Die doppelten Holzschnittafeln zeigen die Stadt Jerusalem vor der Zerstörung, die anderen Tafeln einen Stammbaum und eine Karte von Palästina. Alle Holzschnitttafeln sind sauber gefaltet und sehr gut erhalten. Die 77 weiteren Textholzschnitten stammen vom berühmten deutschen Kupferstecher Virgil Solis aus Nürnberg. Leichter Feuchtigkeitsschaden auf Spiegel/Vorsatzblatt, wenige Notizen mit schwarzer Tinte von alter Hand auf Vorsatz, die letzten Seiten des Registers und das Kolophon in der oberen Hälfte feuchtigkeitsfleckig. Die Textseiten ansonsten in bemerkenswert gutem Zustand.

Bibliographische Angaben:

  • Gewicht: 2300 g
  • Seitenzahl: Keine Angabe
  • Einband: Folio
  • Verlag / Ort: Frankfurt: Georg Raben, Sigmund Feyerabend und Weygand Hanen Erben
  • Jahr: 1563
  • Auflage: Keine Angabe

Artikelnummer: 10640

4.900,00 

Verfügbarkeit: Vorrätig

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